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Neurologische Behandlung (KG-ZNS)

Neurologische Behandlungsmethoden finden Ihre Anwendung vor allem bei Erwachsenen und Kindern mit Störungen des zentralen Nervensystems (wie, dem Gehirn und dem Rückenmark).

Was ist eine Neurologische Behandlung?

Neurologische Behandlungsmethoden finden Ihre Anwendung vor allem bei Erwachsenen und Kindern mit Störungen des zentralen Nervensystems (wie, dem Gehirn und dem Rückenmark). Die neurologische Behandlung geht davon aus, dass alle menschlichen Bewegungsmuster seit der frühsten Kindheit in unserem zentralen Nervensystem abgespeichert werden. Wenn eine Erkrankung dieses Muster verändert, können die Bewegungsabläufe also wieder hervorgerufen werden. Das heißt, dass sich der Körper wieder an bestimmte Bewegungsmuster “erinnert”.

Abbildung eines zentralen Nervensystems des Gehirns

Welche Behandlungskonzepte gibt es in der Physiotherapie?

Die zwei bekanntesten Therapiekonzepte der KG-ZNS innerhalb der Physiotherapie ist die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation und die Bobath-Therapie. Um zu verstehen, welche Gemeinsamkeiten beide Therapie Konzepte haben, finden sie die Kurzbeschreibungen unter diesem Abschnitt.

Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)

Bei dieser Behandlungsmethode verstärkt der Therapeut durch dreidimensionale Bewegungen des Patienten alle äußeren sowie inneren Reize des betroffenen Körperabschnitts. Dabei wird die vollständige Wiederherstellung der Bewegungsmuster angestrebt. Ist das nicht mehr möglich, entwickelt der Therapeut mit dem Patienten eine ähnliche Bewegung, die dem gleichen Ziel dient.

Bobath-Konzept

Im Unterschied zu anderen Konzepten gibt es in der Bobath-Therapie keine standardisierten Übungen. Im Vordergrund stehen individuelle und alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten, die den Patienten in seinem Tagesablauf begleiten. Das Konzept basiert auf der Plastizität des zentralen Nervensystems, also der Fähigkeit, nach einem Trauma Bewegungsabläufe wieder neu erlernen zu können.

Physiotherapeut in seiner Praxis

Wer darf mit den KG-ZNS-Konzepten behandeln?

Verschiedene neurologische Behandlungsformen sind Teil der physiotherapeutischen Berufsausbildung. Nach dem Abschluss des Staatsexamens müssen die Physios mindestens ein Jahr mit mindestens 30 Wochenstunden in einer Einrichtung gearbeitet haben. Die Weiterbildung zum Thema neurologische Behandlungen wählt der/die Therapeut/in dann selbst. Alle neurologischen Behandlungstechniken sind von den Krankenkassen zugelassen. Sie teilen sich eine Überschrift im Heilmittelkatalog, KG-ZNS.

Die KG-ZNS ist demnach eine Zusammenfassung mehrerer neurologischen Behandlungskonzepte. Neurologische Patienten/innen können sich ausschließlich demnach von fortgebildeten Physiotherapeuten auf ärztliches Rezept behandeln lassen. Die Fachärzte, die am häufigsten neurologische Behandlungen verschreiben, sind Neurologen, Rehabilitationsmediziner und Orthopäden. Da in der Regel ein langer Behandlungszeitraum anstehen kann, sind auch einige Hausärzte dazu bereit, sie bei ihrer Behandlung zu unterstützen

Wer kann von neurologischen Behandlungen (KG-ZNS) profitieren?

Es ist etwas irreführend, dass die KG-ZNS nur zur Behandlung von zentralen Beeinträchtigungen geeignet ist. Medizinisch trennt man das Zentralnervensystem (Hirn und Rückenmark) von dem peripheren Nervensystem (Alle Nerven, die nach dem austreten, aus der Wirbelsäule im Körper verlaufen). Ärzte/innen und Therapeuten/innen trennen die zwei Bereiche in ihrer Therapie nicht. Alle neurologischen Erkrankungen können mit der KG-ZNS gut behandelt werden. Die häufigsten haben wir zusammen gefast:

  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Querschnittslähmungen
  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn Trauma
  • Zentrale Bewegungsstörungen
  • Zerebralparesen
  • Lähmungen
  • Polyneuropathien
  • Fußheberparesen / Fußheberschwächen
Abbildung eines Nervensystems

Ist die KG-ZNS schmerzhaft?

Alle neurologischen Behandlungsformen der KG-ZNS sind schmerzfrei. Viel mehr müssen sie schmerzfrei sein. Gerade bei zentralen Störungen unseres Nervensystems kann es durch Schmerzen zu Krämpfen oder noch gravierender zu Spastiken kommen. Die Spastiken behindern erheblich die Therapie und verhindern das der/die Patient/in seine/ihre Übungen korrekt ausüben kann.

Ebenfalls ist es möglich, dass das gestörte Nervensystem Schmerzen verstärkt weitergibt oder in manchen Fällen gar nicht. Wenn der/die Patient/in Schmerzen nicht mehr wahrnimmt, kann es sogar gefährlich werden. Es ist möglich, dass Verletzungen an Haut, Muskulatur oder Skelett nicht wahrgenommen werden. Schmerzen sind also zu jeder Zeit zu vermeiden.

Fazit

Die eine KG-ZNS gibt es nicht! Es handelt sich eher um verschiedene neurologische Behandlungskonzepte. Die neurologischen Behandlungsmethoden haben ein weites Spektrum, sodass mit der KG-ZNS fast alle neurologischen Erkrankungen behandelt oder gelindert werden können. Die KG-ZNS darf ausschließlich von Fort-/Weitergebildeten Physiotherapeuten angewendet werden. Vor allem Neurologen verschreiben die Rezepte für diese therapeutische Maßnahme. Unter keinen Umständen sollten bei einer KG-ZNS-Behandlung Schmerzen entstehen.

Veröffentlicht / zuletzt aktualisiert am:
1.3.2022

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Fabian Palm,
Praxenmanager
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