Neuropathische Schmerzen: Wenn Nerven zur Schmerzquelle werden – und wie Sie wieder an Lebensqualität gewinnen

Kurz und knapp
- Ursache verstehen: Neuropathische Schmerzen entstehen nicht durch klassische Gewebeverletzungen, sondern durch eine direkte Schädigung oder Fehlfunktion des Nervensystems selbst.
- Typische Symptome: Betroffene leiden häufig unter brennenden, stechenden oder einschießenden Schmerzattacken, die oft von Taubheit oder Kribbeln begleitet werden.
- Vielfältige Auslöser: Zu den häufigsten Ursachen zählen Diabetes mellitus, Nervenverletzungen nach Unfällen oder Operationen sowie Infektionen wie Gürtelrose.
- Ganzheitliche Therapie: Die besten Erfolge erzielt ein interdisziplinärer Ansatz, der moderne Medikamente, Physiotherapie und psychologische Begleitung kombiniert.
- Rolle der Physiotherapie: Durch gezieltes Sensorik-Training, Kräftigung und Gangschulung hilft die Physiotherapie dabei, die Lebensqualität und Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen.
Neuropathie: Wenn Berührung schmerzt
Brennend, stechend, wie elektrische Schläge – neuropathische Schmerzen fühlen sich anders an als ein normaler Muskelkater oder eine Prellung.
Sie entstehen direkt im Nervensystem und fordern Betroffene oft über Jahre heraus.
Doch die moderne Physiotherapie bietet wirksame Wege aus dem Schmerzkreislauf.
Vielleicht kennen Sie das: Eine sanfte Berührung der Bettdecke schmerzt plötzlich unerträglich.
Oder Ihre Füße kribbeln so stark, als stünden sie unter Strom.
Neuropathische Schmerzen sind komplex, oft unsichtbar und für Außenstehende schwer nachvollziehbar.
Sie entstehen nicht durch eine akute Verletzung des Gewebes, sondern weil das Nervensystem selbst geschädigt ist.
Was genau passiert bei neuropathischen Schmerzen?

Normalerweise fungieren Nerven wie Telefonleitungen: Sie leiten Warnsignale bei Hitze oder Verletzungen an das Gehirn weiter.
Bei neuropathischen Schmerzen ist jedoch die Leitung selbst defekt.
Die Ursachen dafür sind vielfältig:
- Diabetes mellitus: Ein dauerhaft hoher Blutzucker schädigt die feinen Gefäße, die Ihre Nerven versorgen.
- Verletzungen: Unfälle, Operationen oder ein schwerer Bandscheibenvorfall können Nerven quetschen oder durchtrennen.
- Infektionen: Klassisches Beispiel ist die Gürtelrose, die oft langwierige Nervenschmerzen hinterlässt.
- Zentrales Nervensystem: Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall verändern die Schmerzverarbeitung im Gehirn.
Woran erkennen Sie Nervenschmerzen?
Neuropathische Schmerzen haben eine ganz eigene Charakteristik.
Betroffene beschreiben sie oft als:
- Einschießend oder elektrisierend (wie Stromschläge).
- Kombiniert mit Taubheit oder einem „pelzigen“ Gefühl.
- Allodynie: Hier lösen Reize Schmerzen aus, die normalerweise völlig harmlos sind – etwa ein leichter Luftzug oder Kleidung auf der Haut.
Diagnose: Den Ursachen auf den Grund gehen
Damit wir Ihnen gezielt helfen können, benötigen wir ein klares Bild.
Die Diagnose in der Neurologie stützt sich meist auf mehrere Säulen:
- Anamnese: Wir besprechen exakt, wann und wie der Schmerz auftritt.
- Neurologische Untersuchung: Prüfung von Reflexen, Kraft und Sensibilität.
- Elektrophysiologie: Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit zeigen uns, wie aktiv die Nerven noch sind.
- Bildgebung: MRT oder CT klären strukturelle Probleme wie Tumoren oder Bandscheibenschäden ab.
Neue Hoffnung: Entwicklungen 2024 / 2025
Die Forschung macht aktuell riesige Fortschritte.
Eine NeuPSIG-Metaanalyse von 2025 zeigt zwar, dass klassische Medikamente oft nur begrenzt wirken, dafür gewinnen neue Ansätze an Bedeutung:
- Suzetrigine: Seit Januar 2025 ist mit diesem NaV1.8-Blocker eine völlig neue Wirkstoffklasse zugelassen, die gezielt die Schmerzleitung unterbricht.
- Neuromodulation: Verfahren wie die Scrambler-Therapie oder rTMS (Magnetstimulation) helfen dem Gehirn, Schmerzsignale neu zu bewerten.
- Personalisierte Therapie: Wir behandeln heute nicht mehr nur die Diagnose, sondern Ihr individuelles Schmerzprofil.
Wie Physiotherapie Ihnen hilft

In der Physiotherapiepraxis MHP Bonn verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz.
Physiotherapie ist bei Nervenschmerzen weit mehr als nur Massage – sie ist aktives Training für Ihr Nervensystem.
1. Sensorik-Training und Desensibilisierung
Wenn Ihre Haut überempfindlich reagiert, schulen wir die Wahrnehmung neu.
Durch gezielte Reize mit verschiedenen Materialien (Bürsten, Kälte, unterschiedliche Oberflächen) lernt Ihr Nervensystem wieder, zwischen „gefährlich“ und „harmlos“ zu unterscheiden.
2. Kraft und Sicherheit
Nervenschäden führen oft zu Muskelschwäche und Gangunsicherheit.
Wir trainieren mit Ihnen gezielt die Balance, um das Sturzrisiko zu senken und Ihnen Ihre Unabhängigkeit im Alltag zurückzugeben.
3. Ausdauer und Durchblutung
Moderates Ausdauertraining verbessert die Durchblutung der Nerven und steigert Ihre psychische Belastbarkeit.
Auch manuelle Techniken unterstützen diesen Prozess, indem sie Spannungen lösen und den Stoffwechsel fördern.
Warum die interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend ist
Neuropathische Schmerzen lassen sich selten mit nur einer Methode besiegen.
Die besten Erfolge erzielen wir, wenn medizinische Behandlung, Physiotherapie und psychologische Schmerzbewältigung Hand in Hand gehen.
Ihre eigene Motivation und eine positive Erwartungshaltung sind dabei der Motor für den Therapieerfolg.
Wir begleiten Sie bei MHP Bonn
Leiden Sie unter brennenden Schmerzen oder Missempfindungen?
Warten Sie nicht, bis die Beschwerden chronisch werden.
Je früher wir mit einer gezielten Therapie beginnen, desto besser können wir Ihre Nervenfunktion schützen.
In unseren Praxen am Medical Health Point Bonn nehmen wir uns Zeit für Ihre individuelle Situation.
Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Plan, der Ihre Schmerzen lindert und Ihnen wieder Freude an der Bewegung schenkt.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – wir unterstützen Sie gerne.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig?
Neuropathische Schmerzen neigen dazu, chronisch zu werden. Eine frühzeitige, spezialisierte Diagnostik und eine individuell angepasste Therapie können diese Chronifizierung verhindern und die Mobilität sowie das psychische Wohlbefinden langfristig erhalten.
Welche medizinischen Neuerungen gibt es aktuell (2025)?
Seit Januar 2025 steht mit Suzetrigine (ein NaV1.8-Blocker) eine neue Wirkstoffklasse zur Verfügung. Zudem gewinnen nicht-invasive Verfahren wie die Neuromodulation (z. B. Scrambler-Therapie oder rTMS) zunehmend an Bedeutung, wenn klassische Medikamente nicht ausreichen.
Wie genau kann Physiotherapie bei Nervenschäden helfen?
Physiotherapie setzt an mehreren Punkten an: Desensibilisierungstraining mindert Überempfindlichkeiten, während gezielte Übungen die Muskulatur stärken und das Sturzrisiko durch Gleichgewichtstraining senken. Zudem fördern manuelle Techniken die Durchblutung und Schmerzlinderung.
Was unterscheidet neuropathische Schmerzen von "normalen" Schmerzen?
Während herkömmliche Schmerzen ein Warnsignal bei Verletzungen oder Entzündungen sind, liegt bei neuropathischen Schmerzen eine strukturelle Veränderung im Nervensystem vor. Die Schmerzqualität wird oft als elektrisierend oder brennend beschrieben und tritt häufig ohne äußeren Reiz auf.
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